Mentale Tipps

Golf spielt sich im Kopf ab. Es ist kein Kraftsport. Stimmungsschwankungen merken Sie beim Spiel sofort. Aber alles lässt sich schnell korrigieren, wenn Sie sich auf den mentalen Teil des Sports konzentrieren und den Krafteinsatz vermeiden.

Dafür einige Tipps, von denen auch Profis immer wieder profitieren. Stress, Ärger, Verdruss und Überforderung vermiesen oft das schöne Spiel und bergen meist auch noch sonderbare Serienerlebnisse. Dadurch entsteht nicht selten ein Wackelkontakt mit der Wirklichkeit, vor allem dann, wenn man mangelhafte Konzentration mit körperlicher Kraft kompensieren will und glaubt, dass dadurch die Bälle wieder fliegen.
Dieses Phänomen hat bestimmt schon jeder Golfer einmal erlebt. Vor allem bei den ersten Schritten in diesen Sport. Wie Sie aufgebaute Negativenergie abbauen, Fehler, die sich eingeschlichen haben, berichtigen und schnell wieder zu Ihrer Höchstform auflaufen, lesen Sie auf den nächsten Seiten. Darunter sind vielleicht sogar einige Tipps, die Sie auch im Alltagsleben erfolgreich anwenden können.

Eile und Stress

Durch Eile verliert man die meiste Zeit. Bereiten Sie sich deshalb auf Ihren Golftag vor. Das rechtzeitige Anmelden Ihrer Startzeit, am besten telefonisch oder per E-Mail, sichert Ihnen den ersten Abschlag schon einmal stressfrei. Sie können damit Ihre Golfrunde besser planen und das Clubsekretariat dankt es Ihnen auch – speziell am Wochenende.
Kalkulieren Sie eine ausreichende Fahrtzeit zum Golfplatz ein, damit Sie die Möglichkeit des Aufwärmens und des Warmspielens ausreichend nutzen können. Vergeuden Sie aber hier nicht Ihre Energie, indem Sie 150 Bälle von der Drivingrange abschlagen, bevor Sie auf die Runde gehen. Vor einer Spielrunde sollten Sie nicht mehr als 25 Bälle für die Chips, Pitchs, Putts und Drives schlagen. Dabei noch der wichtige Rat: Gönnen Sie sich auch noch eine kurze Pause vor dem ersten Abschlag.
Diese Anmerkung gilt vor allem für Anfänger: Die Abschläge auf der Drivingrange werden beim Golf, trotz aller guten Ratschläge, von vielen Anfängern mit voller Kraft gemacht, wo ein Schwung oft dem Energieaufwand von ungefähr einem Liegestütz gleicht. Kein vernünftiger Mensch würde vor einer 10 km langen Wanderung noch 150 Liegestütze machen. Beim Golf erleben Sie so etwas täglich. Tun Sie es nicht.
Hasten Sie nicht zum ersten Tee, sondern planen Sie 10 Minuten Zeit ein, bevor Sie abschlagen. Nehmen Sie sich die erforderliche Zeit für Ihre Konzentration, die Probeschläge und den Schlag auf dem Fairway. Zügiges Gehen fördert Ihr Energiebewusstsein. Bedenken Sie, dass es keine sportliche Betätigung ohne ausreichende Ruhepausen gibt.

Humor

Lächeln ist wichtig. Verlieren Sie Ihren Humor nicht, auch wenn Ihre Schläge Beethovens 9er gleichen. Lächeln Sie mal über einen schlechten Golfschlag. Nehmen Sie sich selbst nicht so wichtig und unterlassen Sie es auf alle Fälle, sich selbst zu beschimpfen. „Sche…“ ist das meistgebrauchte Wort am Golfplatz. Benutzen Sie es nicht!
Erstens macht es einen schlechten Eindruck auf Ihre Mitspieler und zweitens produzieren Sie dabei eine Menge negative Energie. Lassen Sie die Namen, die in das Tierreich gehören im Zoo, denn sie hören sich auf dem Golfplatz nicht besonders gut an. Vor allem dann nicht, wenn Sie mit etwas erfahreneren Golfern im Turnier spielen.
Suchen Sie sich statt dessen etwas zum Ausgleich. Irgendetwas das immer funktioniert: Ich habe unseren Hund „one“ genannt. Damit kann ich zumindest beim Stöckchenschmeißen „Hole in one“ rufen.

Atmung und Wahrnehmung

Achten Sie während des Gehens und bei den Schlägen auf gleichmäßige Atmung. Ihre Powerstation laden Sie am besten auf, wenn Sie durch die Nase in den Bauch ein und durch den Mund wieder ausatmen.
Beim Wandern halten Sie die Luft auch nicht an. Das Gehirn braucht Sauerstoff und nur Sekunden mit positiven Gedanken um sich wieder zu erholen.
Genießen Sie die frische Luft und richten Sie dabei den Blick nicht auf den Boden. Betrachten Sie die Frohnatur der Kinder. Lassen Sie den Kopf oben und blicken sie eine Handbreit über den Horizont. Lächeln Sie. Freuen Sie sich an der Schönheit der Natur.
Aus ihr schöpfen Sie die notwendige Energie und Kraft für ein schönes Leben und auf dem Golfplatz für Ihr „schönes Spiel“.

Positive Energie

Frage: Was tun, wenn Sie einen klassischen „Durchhänger“ haben?
Antwort: Nehmen Sie die Haltung, Gangart und den Gesichtsausdruck des Siegers ein. Halten Sie den Rücken gerade. Richten Sie Ihren Blick eine handbreit über den Horizont und lächeln Sie. Atmen Sie bewusst und richtig. Zwingen Sie sich an den Sieg zu denken.
Es funktioniert. Der Beweis: Diese Mittel werden seit jeher für marschierende Truppen eingesetzt. Probieren Sie es aus. Es löst auch bei Ihnen positive und zuversichtliche Gefühle aus.

Stresskiller

Ärger und Frust bewirken den Adrenalinausstoß im Körper. Das „Kampfhormon“ diente in Urzeiten dazu, außergewöhnliche Kräfte im Körper freizusetzen. Beim Golf können wir diesen Kampfgeist nicht brauchen. Also müssen wir das Adrenalin, wenn es entsteht, schnell wieder abbauen. Der Körper hat dafür das „Gegengift“ Endorphin aufgebaut.
Diese Hormone verdünnen das Adrenalin und bauen es sehr schnell wieder ab, wenn Sie lächeln oder Lachen entsteht. So einfach entsteht unser „Glückshormon“. Es wird auch produziert, wenn Sie mehrere Sekunden eine „Lachgrimasse“ ziehen.
Auch wenn Ihnen nach einem missglückten Schlag nicht zum Lachen ist. Der Körper reagiert durch Bewegungen bestimmter Muskelpartien mit der Ausschüttung von Endorphinen. Nützen Sie das beim Golfen und im Alltag aus.
Und sollten Sie einmal das Gegenteil, nämlich Adrenalin brauchen, um wieder richtig auf die Beine zu kommen, dann brauchen Sie Ihre Frau nur mit dem falschen Vornamen ansprechen.

Visualisieren

Ihr geistiges Auge ist entscheidend. Trainieren Sie es. Stellen Sie sich die ideale Flugbahn des Balles vor dem Probeschlag vor. Visualisieren Sie dieses Bild so konkret wie möglich und speichern Sie es in Ihrem Unterbewusstsein ab.
Am Anfang werden Sie den Erfolg vielleicht noch als Zufall abtun, aber im Laufe der Zeit werden Sie feststellen, dass es tatsächlich hilft. Je klarer Ihr Bild ist, umso stärker wird Ihr Vertrauen und damit auch die erfolgreiche Umsetzung.

Wie im Leben, ist auch hier Ihr Wille entscheidend. Vertrauen Sie auf ein altes Sprichwort: „Der Glaube versetzt Berge“. Glauben Sie einfach fest daran, dass Sie ein guter Golfer werden und „Super-Schläge“ ausführen können. Bedenken Sie dabei, dass der längste Weg mit dem ersten Schritt beginnt.
Und wenn es mal überhaupt nicht klappt, trösten Sie sich, früher gab es die Folter und heute Golf.

Lösungsorientiertes Denken

Sie sind Ihr eigener Programmierer. Wenn Sie problemorientiert denken, wie: „aus dem Sand komme ich bestimmt nicht raus“ oder „das Wasser schaffe ich nicht“, werden Sie sich mit allen Hindernissen herumplagen.

Fangen Sie an, lösungsorientiert zu denken: Visualisieren Sie. Stellen Sie sich den Flug des Balles bis zum Ziel vor.

Entscheiden Sie welches Eisen Sie nehmen, machen Sie einen Probeschlag und führen Sie dann mit Selbstsicherheit den Schlag durch. Schöpfen Sie Ihr geistiges Potential aus, indem Sie fest denken: Es funktioniert.

Der Golfschwung

Harmonie ist die Grundlage. Wichtig ist der Schwungrhythmus. Trainieren Sie mit Ihrem Pro den Golfschwung ein, mit dem Sie am besten zurechtkommen. Der harmonische Bewegungsablauf muss Ihnen in Fleisch und Blut übergehen. Sie müssen sich bei jedem Schwung wohlfühlen. Dann klappt‘s.

Wichtig: Hören Sie nur auf die Ratschläge von Golflehrern (Pros) oder wirklich sehr guten Spielern. Lassen Sie Ihren Golfschwung in keinem Fall von einem Mitspieler Ihrer Spielstärke und vor allem nicht während einer Golfrunde korrigieren. Beim Golfspiel gibt es so viele Unterschiede in Schwung und Rhythmus, wie es Unterschiede zwischen den Menschen gibt.

Ehrlichkeit

Sie kennen den Golferwitz: Sechs schlagen, fünf zählen und vier schreiben. Darüber kann man lächeln, nur in der Anwendung macht das auf Dauer keinen Spaß, es sei denn, Sie lieben den Selbstbetrug.
Golf spielen Sie gegen sich selbst. Wenn Sie schummeln, dann beschummeln Sie sich auch selbst. Glauben Sie es mir einfach, es ist kein gutes Gefühl, wenn Sie etwas tun, was Sie mit anderen nicht machen würden. Und lassen Sie es nicht auf sich einwirken, wenn andere einmal nicht so ehrlich spielen. Meist neigen die auch zu Übergewicht und nicht zur Intelligenz.
Die Ehrlichkeit ist die Grundlage eines guten Golfspiels. Gewöhnen Sie sich diese gute Eigenschaft vom ersten Abschlag aus an. So werden Sie viele Jahre lang Freude an einem fantastischen Sport haben.

Handy am Golfplatz?

Nur Dienstboten müssen immer erreichbar sein!

Die Wartezeit

Nehmen Sie es gelassen, wenn Sie einmal warten müssen, weil der Flight vor Ihnen nicht weiterkommt. Genießen Sie die Natur. Freuen Sie sich über die Blumen, Sträucher und Bäume. Denken Sie mal darüber nach: Wenn Sie sich als Hobby das Fischen ausgesucht hätten, würden Sie jetzt stundenlang am Wasser sitzen, ohne sich zu bewegen.
Oder denken Sie an die zwei alten Schotten am Golfplatz, wo der eine den anderen fragte: „Was haben wir heute?“. Und der antwortete: „Glaub Dienstag!“. Darauf der Ältere mürrisch: „Keine Details, Sommer oder Winter?“.

Am Ende muss es auch noch Freude sein

Jeder Golfer hat gerade am Anfang seinen Lieblingsschläger. Bei dem einen ist es das Eisen 7 und beim anderen vielleicht das 9er.
Egal welches es ist, Sie sollten es zum Abschluss Ihrer Übungen auf der Drivingrange benutzen. Der Schläger bringt Ihnen Sicherheit. Sie treffen mit ihm besonders gut und erleben damit ein Glücksgefühl, bevor Sie zum ersten Abschlag auf die Runde gehen.
Sie fühlen sich nach diesen Schlägen einfach gut. Das ist die Grundlage für ein schönes Spiel, vielleicht vergleichbar mit dem Küsschen für Ihre Frau, wenn Sie morgens aus dem Haus gehen? Oder, …wenn nicht, dann vergleichen Sie es einfach mit einem guten Essen und dem abschließend köstlichen Dessert.