Golf ist ein Partnersport

Golf ist ein zeitaufwendiger Sport. Man sollte gemeinsam mit seinem Partner spielen, weil es sonst leicht zu Spannungen kommen kann, wenn der eine ständig am Platz ist und der andere zuhause sitzt und wartet. Golf ist ein Familiensport und kann – auch wenn der Papa schlecht, die Mama gut und die Kinder am besten spielen – durchaus Spaß machen. Die Vorgabe gleicht die Stärke der einzelnen Spieler aus. Das bedeutet: Es gewinnt derjenige Spieler mit der besten Tagesform – und nicht der mit dem besten Handicap.

Liest sich sehr harmonisch, nur wenn der Junior weit vorne liegt, beim 18er Abschlag einen 200 Meter Drive hinlegt und anschließend Papas Ball mit einem Slice im Rough verschwindet, kann die Erbschaftsfrage sehr schnell ungeklärt sein.

Gehen wir mal davon aus, dass der Vater gewinnt und er es den Kindern mal wieder so richtig gezeigt hat, dann will er natürlich auch lang und ausführlich davon erzählen. Kompliziert wird es meist, wenn seine Frau kein Golf spielt und wieder einmal den ganzen Sonntag zuhause auf den Rest der Familie gewartet hat. Und sich dann auch noch den ganzen Abend die vollbrachten Heldentaten ihres Göttergatten und die ihrer Sprößlinge anhören muss.

Einen Sonntag überstehen? Na gut! Aber fast jedes Wochenende? Von April bis Oktober? Dazu auch noch die Turniere als Pflichtveranstaltungen? Papa ist sich sicher: An solch wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen muss man einfach teilnehmen!

Mit einer nichtgolfenden Ehefrau wird das Ganze wirklich spannend. Die wichtigen Themen des Abends beziehen sich meist auf das ganz Große, das man tagsüber auf dem Golfplatz geleistet hat. Die Unterhaltungen sind dabei mit so vielen Fremdwörtern gespickt, das eine Nichtgolferin öfter mal denkt: „Sind die verrückt?“. Das ist für manche Beziehung auf Dauer nicht förderlich. Ich spreche aus Erfahrung, denn auch wenn es schon viele Jahre her ist, sehe ich immer noch die Anzeige im Lokalteil unserer Zeitung: