GEFAHREN AM GOLFPLATZ

Unser Klima verändert sich. 
Unwetter werden gefährlicher. Es gibt immer mehr Tote. Viele Opfer könnten weltweit durch richtiges Verhalten vermieden werden.
Der Tod der vier Frauen, die beim tragischen Unglück im Juli 2012 durch einen Blitzschlag am Golfplatz Waldeck um Ihr Leben kamen, hätte nicht sein brauchen.

Wir fordern alle Golflehrer auf, das Kapitel Blitzschlag bei der Platzreife Ausbildung besonders anzusprechen.
Vor dieser tödlichen Naturgefahr muss ausführlich gewarnt werden.

Tod durch Zeckenbiss ?

Durch den Klimawandel befinden sich Zecken immer mehr auf dem Vormarsch: 1998 gab es 63 FSME-Risikogebiete in Deutschland, heute sind es bereits 137 - Zahl ständig steigend!

Zecken können schnell und sicher gefährlichste Krankheiten übertragen, die bis zum Tod führen. Sie sind Überträger der Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt. FSME wird durch einen Virus eine bösartig, ausgelöste Krankheit, die bei Menschen zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung führen und tödlich enden kann.

Die Zahl der Erkrankungen 2011 ist im Vergleich zum Vorjahr erschreckend um ub er 50 Prozent gestiegen.

Zecken lauern auf Gräsern, Büschen und in Sträuchern, bis zu einer Höhe von 1,50 m und lassen sich im Vorübergehen abstreifen. Sie suchen zuerst einen passenden Einstichsbereich, stechen dann aber schnell zu und saugen das Blut ihrer meist ahnungslosen Opfer aus dem Einstich heraus.

Bevorzugt bringen Zecken ihren Stich bei gut durchbluteten Hautstellen an. Der Kopf, Ohren, Hals, Achselhöhlen, Kniekehlen und Leistengegend sind be- sonders gefährdet. Menschen, die sich in der Natur oder auf dem Golfplatz aufhalten, können das Zeckenstich-Risiko zum Großteil vermindern, indem sie Kleidung mit langen Ärmeln, lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen.

Das allein bietet jedoch keinen hundertprozentigen Schutz. Auch Abwehr- Sprays oder Lotionen, die auf Haut oder Kleidung aufgetragen werden, helfen nur bedingt, die kleinen aber unter Umständen todbringenden Plagegeister fernzuhalten. 2008, im April hat Stiftung Warentest 20 dieser Produkte getestet und 12 davon waren mangelhaft. Verlassen Sie sich also darauf nicht.

So können Sie sich schutzen: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach einer Schutzimpfung. Lassen Sie sich beraten und tun Sie anschließend das, was man Ihnen rät. Es geht dabei um Ihre Gesundheit und schlimmsten- falls um Ihr Leben.

Vermeiden Sie die lästige Ballsuche im Rough oder die wirklich noch schlimmer unter Büschen und Bäumen im Unterholz. Zu viele Golfer schätzen die Gefahren am Platz zu wenig oder falsch ein. Ein Golfball für 1 Euro ist oft mehr wert als die eigene Gesundheit!

Ziehen Sie in ausgewiesenen Zeckengebieten lange Hosen und knielange Socken an und bleiben Sie damit auf dem Fairway. Es ist noch kein Golfer zu Schaden gekommen, weil er einen Ball im hohen Rough als unspielbar erklärt hat. Vergleichsweise dazu sind allerdings manche Golfer ernstlich erkrankt und sogar gestorben, weil sie diesen Gefahrenhinweis missachtet haben.

Als letzten Punkt: Sprechen Sie besonders jetzt im Sommer die Ballsucher auf die Zeckenbisse an, denn vielen Ihrer Flightpartner ist diese Gefahr nicht bekannt. Vielleicht retten Sie damit sogar ein Leben?

Auf allen Plätzen in Zeckengebieten sollte folgendes gelten:

  • Zeckenschutzimpfung
  • Lange Hosen und knielange Socken
  • Nicht im hohen Rough oder unter Büschen aufhalten 
  • Das dichte Unterholz meiden
  • Schauen Sie hin und wieder auf Ihren Flightpartner,
    ob auf seiner Kleidungeine Zecke krabbelt
  • Wenn möglich, wenden Sie die Regeln an 
    (Ball unspielbar / Regel 28)



Liebe Golf-Freunde und Gäste,

damit Ihnen so etwas schreckliches nicht passiert, möchten wir Ihnen einige Tipps mit auf den Golfplatz geben:

Der wichtigste Rat: Bei schwülwarmer, feuchter Luft und angekündigter Gewit- terneigung in Ihrer Golfregion, sollten Sie nicht auf den Golfplatz gehen. Auch nicht, die bekannten „nur“ zwei, drei Loch. Denn damit begeben Sie sich schon in Gefahr. Tun Sie es trotzdem, oder sind Sie mitten im Spiel und hören in der Ferne Donner oder sehen noch weit weg einen Blitz, dann brechen Sie unverzüglich Ihr Spiel ab. Verlassen Sie den Platz und versuchen Sie das Clubhaus oder Ihr Auto zu erreichen.

Anmerkung: Die Schallgeschwindigkeit* bei warmer feuchter Luft, ist ungefähr 300 Meter in der Sekunde. Wenn Sie einen Blitz sehen, dann zählen Sie die Zeit zwischen dem Blitz und dem Donner (einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig ....). Vergehen also in einer Beispielrechnung 20 Sekunden zwischen dem Blitz und dem Donner, dann ist das Gewitter im Regelfall (20 Sekunden x 300 Meter) also 6 Kilometer von Ihnen entfernt.

Gehen wir jetzt davon aus, dass die Gewitterwolke mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf den Golfplatz zieht dann rückt jede Minute Blitz und Donner einen Kilometer näher auf Sie zu. Deshalb kann Blitz und Donner schon nach 6 Minuten direkt über Ihnen sein.

Selbst wenn Sie mit einer Geschwindigkeit von ca. 10 km/h in Richtung Club- haus rennen, dann brauchen Sie für die Wegstrecke von 1000 Meter lockere 4 bis 5 Minuten. Das kann sehr knapp werden, oder schon zu spät sein.

Deshalb, noch einmal die Gewitter-Regel Nummer 1: Gehen Sie bei Gewitterneigung in Ihrer Golfregion grundsätzlich nicht auf den Platz.

Auch ein Golf-Cart bringt Ihnen keine absolute Sicherheit. Mit seinem Stahl- rahmen ist es zwar ein primitiver faradayischer Käfig, nur darauf verlassen sollten Sie sich nicht. Allerdings bringt Ihnen dieses Gefährt den entscheiden- den Vorteil, dass Sie bei Gewitterannäherung schneller vom Platz kommen als mit dem Laufen.

Die Schutzhütten sind meist nur Unterstellhütten für einen Regenschauer. Diese Häuschen am Platz bieten im Regelfall keinen Blitzschutz, ausser so ein Unterstand ist mit einem „Blitzschutzhaus“ gekennzeichnet.

Wenn Sie trotz aller Vorsicht in ein Gewitter geraten, dann lassen Sie Ihr Golf- bag mit seinem Stahl-, Eisen- und Gusshaltigen Inhalt am Fairway stehen. Entfernen Sie sich schnell und mindestens 100 Meter von ihm.

Warten Sie in keinem Fall das Gewitter unter Bäumen oder hohen Büschen ab. Suchen Sie sich eine Erdmulde und verbleiben Sie während eines Gewitters in Hockestellung. Versuchen Sie mit so wenig, wie möglich Körperteilen den Boden zu berühren - also die Füsse möglichst end aneinander. Bei einem in der *Nähe* einschlagenden Blitz minimieren Sie so die *Schrittspannung*, die auftritt, wenn man den Boden gleichzeitig mit verschiedenen Körperteilen berührt - und die zu einem Stromfluss durch den Körper führt.  

Auch ein vertiefter Bunkerrand kann hilfreich sein. Auch hier gilt, so wenig Bodenberührung wie nur möglich. Hockestellung und Arme an den Kopf. Keinen Regenschirm öffnen!

Schalten Sie während des Gewitters unbedingt Ihr Handy aus und warten Sie noch geraume Zeit ab, wenn Sie glauben, dass das Gewitter vorübergezogen ist, bevor Sie Ihren Sicherheit-Standort verlassen.

Und bitte bedenken Sie dabei, lieber patschnass als tot.

* In SI-Einheiten ist bei trockener Luft und 20°C die Schallgeschwindigkeit. c = 343 m/s. Das sind 0,343 Kilometer pro Sekunde (km/s) oder 20,58 Kilometer pro Minute (km/min).