Eine 18-Loch-Runde Golf in seiner ganzheitlichen Form bedeutet für einen Einsteiger - bis zu 10 km Fußmarsch, teilweise über hügeliges Gelände mit 15 kg Gepäck und dem Energieaufwand von 120 Liegestützen - rechnet man den Schlag und die Probeschläge dazu. Dieser "lockere" Spaziergang kann über fünf Stunden dauern, und dabei wird man als unerfahrener Golfer einiges erleben.
Überlassen Sie nichts dem Zufall, lesen Sie auf den kommenden Seiten, wie Sie unliebsame Überraschungen vermeiden.
Knapp zwei Jahrzehnte beobachte ich auf vielen Golfplätzen im In- und Ausland, bei Spielrunden und Turnieren unsere Golfeinsteiger. Auf leichten und schwere Plätzen lernt man so einiges und sieht noch viel mehr. Zumal wenn man den Sport zum Teil auch noch zu seinem Job gemacht hat.
Weil es "in" ist, die Freunde mittlerweile in der Vielzahl vom Tennis zum Golf gewechselt haben, oder weil man in seiner Freizeit einem besonderen Hobby nachgehen möchte? Bedenken sollte man, dass eine wichtige Voraussetzung für Golf die notwendige Zeit und, nebenbei bemerkt, auch Geld ist.
Eile und Stress sind bei Golf nicht angesagt. Weder bei der Ausbildung, noch später im Spiel. Wenn Sie Golf nicht als "Handicapjäger" sondern aus Freude spielen und Spaß daran haben möchten, dann sollten Sie zumindest einen ganzen Nachmittag in der Woche dafür Zeit investieren.
Die notwendige Platzerlaubnis machen Sie am besten in einer Urlaubsphase, wo der Kopf frei ist und Alltagssorgen und Berufsprobleme zu Hause bleiben. Egal ob Sie den täglichen Weg vom Wohnzimmer zum benachbarten Golfplatz machen, oder einen Ferien-Golfkurs buchen, die Ausbildung ist für Ihr ganzes Golferleben entscheidend. Dazu sollten Sie sich die entsprechende Ruhe gönnen und natürlich auch die erforderliche Zeit haben.
Nach der bestandenen Platzerlaubnis und der Mitgliedschaft in einem Golfclub bekommen Sie Ihren Spielberechtigungsausweis und haben die erste Hürde im Golfsport genommen. Jetzt sollten Sie nicht weiter nur auf der Drivingrange üben, sondern auf dem Golfplatz spielen. Dort lernen Sie das Spiel am besten. Dazu einige nützliche Tipps aus der Praxis.
wenn Sie die Etikette beherrschen. Bei den Regeln sind Ihnen die Besseren gerne behilflich. Konzentrieren Sie sich deshalb als Golfeinsteiger besonders auf die Etikette. Damit gewinnen Sie zumindest bei Ihren Flightpartnern das Spiel. Trainieren Sie das am besten mit Ihrem Lebenspartner. Wenn es hier besonders gut gelingt - sind Sie auch beim Golf der Gewinner des Spieles.
Reservieren Sie sich Ihre Startzeit einige Tage vorher, und suchen Sie sich als Anfänger nicht die Tageszeit aus, zu der auf dem Golfplatz der meiste Betrieb herrscht. Auch am Wochenende gibt es im Regelfall ab 16.00 Uhr nur noch wenig Andrang am ersten Abschlag. Spielen Sie lieber neun Loch in Ruhe als 18 Loch im Gedränge der Vormittagszeit.
Vermeiden Sie auf alle Fälle die lästige Ballsuche. Damit machen Sie sich am schnellsten und am sichersten bei allen Mitspielern unbeliebt. Spielen Sie sofort einen provisorischen Ball, wenn Sie im Ansatz glauben, dass der soeben geschlagene Golfball nicht zu finden ist. Betrachten Sie den Golfplatz wie eine Autobahn. Wenn es irgendwo blockiert (Ballsuche u. ä.), dann entsteht hinter Ihnen ein Stau.
Lassen Sie durchspielen, wenn hinter Ihnen ein Flight zu nahe kommt. Der beste Platz zum Durchspielen ist immer der nächste Abschlag. Hier zeigen Sie den anderen Golfern Ihre Höflichkeit und sind auch sicher, nicht von einem Ball der Vorbeispielenden getroffen zu werden.
Sehen Sie den Golfplatz als Einbahnstrasse. Wenn es nicht unbedingt sein muss, gehen Sie nicht zurück. Sie gefährden damit sich selbst und behindern meist den Flight, der nach Ihnen kommt.
Erkundigen Sie sich im Clubsekretariat, ob es Sonderregeln für den Platz gibt. Diese können für Ihr Spiel sehr wichtig sein.
Machen Sie keine Probeschläge auf den Abschlägen und behandeln Sie auch sonst den Platz so schonend wie möglich.
Gefährden Sie keine vor Ihnen spielenden Golfer durch zu nahes Aufspielen. Gerade als Anfänger haben Sie oft das (Un)Glück, einen Ball so zu treffen, dass er die optimale Fluglänge erreicht.
Was, wenn Sie mit dem Siebener-Eisen "versehentlich" 130 Meter weit schlagen, wo Sie sich doch normal mit 80 Metern begnügen und der vor Ihnen spielende Flight nur 120 Meter entfernt ist?
Rufen Sie bei einem misslungenen Schlag, bei dem der Ball auf das gegenüberliegende Fairway geht, in jedem Fall ein lautes deutliches "Fore", gerade dann, wenn Sie durch Büsche oder Sträucher den Ballflug nicht mehr sehen.
Gefahr durch Gewitter
Zuerst die dringende Warnung vor Gewittern. Unterschätzen Sie diese Naturgewalten nicht. Spätestens wenn Blitz und Donner zeitlich nicht mehr zu lange von einander entfernt sind, sollten Sie den Platz verlassen und Schutz aufsuchen. Der beste Weg ist zurück ins Clubhaus. Kalkulieren Sie diese Entfernung zeitlich von Loch zu Loch (und auf fremden Plätzen auch den richtigen Weg), wenn das Donnergrollen näher rückt. Warten Sie nicht zu lange mit dem Spielabbruch!
Sie sollten im Turnier Folgendes wissen:
1 Schuss bedeutet: Spiel unterbrechen
2 Schüsse bedeuten: weiterspielen
3 Schüsse bedeuten: Spiel abbrechen
Grundsätzlich sollten Sie sich nicht unter Bäume stellen, keine Fahnenstange mehr bedienen und das Bag stehen lassen.
Beim Golfen werden Sie immer wieder Berührung mit Sträuchern und Gestrüpp haben.
Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke nach einer Zeckenlandkarte.
Befragen Sie Ihren Arzt nach einer Zeckenschutzimpfung vor Beginn der Golfsaison. Zeckenbisse können harmlos sein, aber auch schreckliche gesundheitliche Folgen haben. Hier ist Vorsorge besser als Nachsorge.
Zu Anfang des Kapitels möchte ich betonen, dass das Nachfolgende ausschließlich meine Meinung wiedergibt und ich hier heftigste Widersprüche bei manchen Golfern auslöse.
18 Löcher auf dem Golfplatz mit dem Golfcart fahren, oder die gleiche Wegstrecke mit Golfbag laufen ist für manchen Golfer keine Frage, denn Fitness und Disziplin gehören für viele genau so zum Sport wie der Ball (?). Eine 18-Loch-Runde bedeutet für einen Anfänger inklusive Ballsuche meist einen Fußmarsch von ca. 10 Kilometern mit 15 Kilogramm Gepäck. Dabei geht es teils über hügeliges Gelände, und rechnet man Probeschläge und Schläge dazu, kommt sogar noch ein zusätzlicher Energieaufwand von 120 Liegestützen dazu. Also, wer von uns ist so durchtrainiert, dass er sich nach zwei Drittel der Tour noch voll auf den Ball konzentrieren kann und am 18. Loch noch voller Elan den letzten Putt hineinschiebt? Ich nicht. Selbst nach zehn Jahren des Golfspiels, wo bedingt durch ein verbessertes Handicap bei der Ballsuche doch einiges an Wegstrecke eingespart wird.
Von meiner Tochter Christina werde ich deshalb noch bis zum elften Abschlag einigermaßen respektvoll mit "Papa" angesprochen, was sich danach mit entsprechender Betonung in ein "opa pa" umwandelt. Na ja, jedem das seine und der Jugend Respekt vor der Leistung. Aber muss diese auch noch ein Mensch in der zweiten Lebenshälfte auf dem Golfplatz unter Beweis stellen?
Ich bin der Meinung, dass die Körperertüchtigung, wie sie in unserer Zeit noch hieß, ins Fitnessstudio oder auf die langen Joggingwege gehört und mit Golf eigentlich weniger zu tun hat. Golf ist ein mentaler Sport, der Fitness und Energie im Kopf braucht. Wenn diese Energie von manchem Untrainierten bereits am zwölften Loch vergeudet wurde, dann braucht man sich nicht wundern, dass es nach dem Dreizehnten nicht mehr so gut läuft.
Fazit: Ich persönlich empfehle Ihnen einen fahrbaren Untersatz auf der 18-Loch-Runde. Zwei Vorteile haben Sie bestimmt, wenn Sie Fahren und Laufen miteinander vergleichen: Eine wunderschöne, nicht anstrengende Golfrunde, bei der Sie am 18. Loch bestimmt kräftiger lachen, als wenn Sie Ihr Golfbag bis hierher geschleppt hätten ...und keine Blasenbildung an den Füßen.